Rockenbolle.net Die Rockenbolle, in südlichen Ländern auch Rocambole genannt, ist eine nahe Verwandte des Knoblauchs.

Das kann man auch an ihrem wissenschaftlichen Namen "Allium sativum var. ophioscorodon" erkennen, denn der normale Küchenknoblauch heisst auch Allium sativum. Bei der Rockenbolle handelt es sich also um eine Unterart vom Knoblauch.

Obwohl die Rockenbolle dem Knoblauch so eng verwandt ist, hat sie doch eine ganz spezielle Eigenart.

Brutzehen statt Blüte

Sie blüht nämlich nicht, sondern trägt anstelle der Blüte eine Knolle aus kleinen Brutzehen, die hoch in der Luft auf dem Blütenstengel wachsen. Mithilfe dieser Brutzehen findet auch die Vermehrung der Rockenbolle statt, denn aus jeder Zehe der Brutknolle kann eine neue Rockenbolle heranwachsen.

Essen wie Knoblauchzehen

Rockenbolle Die Brutknollen und auch die Knolle in der Erde kann man verwenden wie Knoblauchzehen. Sie sind jedoch deutlich milder als echter Knoblauch.

Ringelstengel

Der Blütenstengel der Rockenbolle hat eine weitere Besonderheit, denn er ringelt sich wie eine Spirale. Daher wird die Rockenbolle auch Schlangenknoblauch genannt.

Flache Blätter

Die langen Blätter der Rockenbolle sehen aus wie Knoblauchblätter, sie sind schmal und flach, wie kleine Schwerter.

In der Mitte haben sie einen Knick - auch ganz wie ihre Knoblauch-Brüder.

Etagenzwiebel

Etagen-Zwiebel Manchmal wird die Rockenbolle mit der Etagenzwiebel verwechselt.

Es handelt sich jedoch um zwei deutlich verschiedene Pflanzen.

Die Etagenzwiebel ist eine Unterart der Zwiebel, was man auch am wissenschaftlichen Namen "Allium cepa var. proliferum" erkennen kann.

Die Verwandtschaft der Etagenzwiebel mit der Zwiebel erkennt man optisch an den runden, hohlen Stengeln, die typisch für beide sind.

Brutzwiebeln

Etagenzwiebeln haben jedoch, ähnlich wie die Rockenbolle, Brutzwiebeln auf dem Blütenstengel.

Daher kommt auch die Verwechslung beider Pflanzen.

Die Brutzwiebeln der Etagenzwiebel treiben oft schon neue Stengel aus, wenn sie sich gerade aus ihrer Hülle befreien.

Oft genug setzen die Stengel der Brutzwiebeln dann auch wieder Brutzwiebeln an, die ihrerseits wieder Stengel austreiben.

So wächst die Etagenzwiebel in mehreren Etagen heran. Und das ist wohl auch die Quelle ihres Namens.

Brutzwiebeln am Boden

Wenn man die Stengel der Etagenzwiebel nicht hochbindet, knicken sie häufig ab, sobald die Brutzwiebeln eine gewisse Dicke erreicht haben.

Die Brutzwiebeln gelangen dadurch auf den Boden und bilden dort Wurzeln aus.

Das Abknicken der Stengel ist also offensichtlich von der Natur so beabsichtigt, damit die Brutzwiebeln eine Chance haben, neue eigenständige Pflanzen zu bilden.

Essen wie kleine Zwiebeln

Die Brutzwiebeln kann man essen, als wären es winzige Zwiebeln. Sie sind auch als Perlzwiebeln geeignet.

Seymour und die Rockenbolle

Durch das Kultbuch "Selbstversorung aus dem Garten" von John Seymour bin ich vor vielen Jahren auf die Rockenbolle aufmerksam geworden.

Immer wieder habe ich später nach dieser wundersamen Pflanze Ausschau gehalten.

Als ich sie endlich bestellen konnte (bei Pflanzentreml.de), stellte ich jedoch fest, dass Seymour mit seiner Rockenbolle eigentlich die Etagenzwiebel beschrieben hatte.

Sei's drum: beide sind hochinteressante Pflanzen, deren Anbau im Garten sich auf alle Fälle lohnt, vor allem, weil das Phänomen der Brutzwiebeln bzw. Brutknollen so lustig ist.

Siehe auch:

Mehr Infos über Rockenbolle, Etagenzwiebel und den ähnlichen Weinbergslauch gibt es bei





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